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Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Die Ausdauer mancher Hochleistungssportler scheint übermenschlich! Sie wirken unempfindlich gegen Schmerzen und werden wundersam schnell wieder gesund. Ein Erfolg legaler Mittel? Diszipliniertes Training und richtige Ernährung reichen in mancher Sportart nicht mehr für echte Spitzenleistungen. Kein Wunder, dass viele zu unfairen Dopingmitteln greifen - die ehrlichen Sportler sind die Verlierer.
Radsport, Leichtathletik, sogar Fußball: Keine Sportart bleibt verschont. Immer ausgefeiltere Methoden steigern die Leistungsfähigkeit und bringen den Sportler in Lebensgefahr: Herz-Kreislauf-Versagen, kranke Gelenke, psychische Störungen, Unfruchtbarkeit - die Horror-Liste der „Nebenwirkungen“ ist lang.
Zwölf Dopingmethoden: Wie sie wirken, wie gefährlich sie sind, wie sie vertuscht werden.
Anabolika
Wirkung und Methode: Anabolika werden in erster Linie mit Bodybuildern in Verbindung gebracht. Aber auch andere Sportler benutzen Anabolika, um schneller mehr Muskelmasse aufzubauen.
Nachweis und Tricks: Die Wirkung bleibt lange erhalten, auch wenn das Präparat schon nicht mehr nachweisbar ist. Also: früh genug vor dem Wettkampf absetzen. Trick der Doping-Sünder: bei Kontrollen „sauberen“ Fremdurin abgeben, dazu z. B. versteckte Beutel nutzen. Besonders unappetitlich: Fremdurin in die eigene Blase einbringen.
Gefahren und Nebenwirkungen: Blutgerinnsel, Herzschäden, höheres Krebsrisiko, Akne, Aggression. Frauen: „Vermännlichung“, tiefe Stimme, Bartwuchs. Männer: weibliche Brüste, Unfruchtbarkeit.
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Testosteron
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Testosteron ist das männliche Geschlechtshormon, es fördert das Muskelwachstum. Zufuhr über Spritzen, Pillen, Salben oder Pflaster.
Nachweis und Tricks: Die Zufuhr von natürlichem Testosteron lässt sich nicht nachweisen. Wer geschickt dosiert, bleibt immer unter auffälligen Grenzwerten. Indirekt kann die Testosteronzufuhr durch ein unnatürliches Mengenverhältnis zum Hormon Epitestosteron nachgewiesen werden. Trick der Doping-Sünder: zusätzlich Epitestosteron einnehmen.
Gefahren und Nebenwirkungen: ähnlich wie bei Anabolika
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EPO
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Jeder Muskel braucht Sauerstoff. Je mehr er davon bekommt, desto mehr kann er leisten. Rote Blutkörperchen bringen Sauerstoff von der Lunge zum Muskel. Das natürliche Wachstumshormon Erythropoetin (EPO) reguliert ihre Produktion. Zusätzliches EPO steigert die Menge roter Blutkörperchen. Die Muskulatur bekommt mehr Sauerstoff, die Ausdauer steigt.
Nachweis und Tricks: Der EPO-Doping-Test gehört heute zum Standard. Trick der Doping-Sünder: Waschpulverkügelchen in die Urinprobe fallen lassen. EPO wird sofort abgebaut.
Gefahren und Nebenwirkungen: Bluthochdruck, Blutgerinnsel, Verschluss von Blutgefäßen - Lebensgefahr
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CERA
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: EPO-Präparat der dritten Generation. Als man das „Original-EPO“ nachweisen konnte, wurden Varianten entwickelt, die genauso wirken. Lange waren Radfahrer sicher, nicht überführt werden zu können - und wurden 2008 bei der Tour der France eines Besseren belehrt.
Nachweis und Tricks: Das Nachweisverfahren ist bei jeder Variante dasselbe, muss aber immer wieder angepasst werden. Der Einsatz von neuen EPO-Varianten ist ein Lotteriespiel: Mit Glück erwischt man ein Präparat, auf das noch nicht getestet wird.
Gefahren und Nebenwirkungen: Bluthochdruck, Blutgerinnsel, Verschluss von Blutgefäßen - Lebensgefahr
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Aufputschmittel
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Aufputschmittel lassen Müdigkeit und Erschöpfung scheinbar verschwinden. Durch Einnahme von Ecstasy, Ephedrin, Kokain oder anderen „Stimulanzien“ fühlt sich der Sportler wach und unbesiegbar. Stimulanzien wirken schnell und recht kurz, zweckmäßig sind sie also nur direkt im Wettkampf.
Nachweis und Tricks: So kurz wie sie wirken, so schnell sind die Aufputschmittel wieder ausgeschieden. Wer Glück hat, wird in der kritischen Zeit nicht getestet. Oder zumindest nicht auf das, was er eingeworfen hat. Denn der einzelne Nachweis der vielen unterschiedlichen Substanzen ist extrem aufwendig.
Gefahren und Nebenwirkungen: Abhängigkeit, Halluzinationen, Ausbeutung der Energiereserven bis zur vollkommenen Erschöpfung
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Eigenblutdoping
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Einige Wochen vor dem Wettkampf wird dem Sportler Blut abgenommen. Maximum: ein Liter. Kurz vor dem Wettkampf bekommt er sein Blut zurück. Das erhöht die Menge der roten Blutkörperchen – ähnlich wie bei EPO. Die Muskeln und Organe bekommen mehr Sauerstoff – die Leistungsfähigkeit steigt.
Nachweis und Tricks: Zufuhr von eigenem Blut kann nicht nachgewiesen werden.
Gefahren und Nebenwirkungen: das Blut kann verdicken – Lebensgefahr durch Blutgerinnsel
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Fremdblutdoping
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Beim Fremdblutdoping bekommt der Sportler kurz vor dem Wettkampf fremdes Blut. Ziel ist ebenfalls, die Anzahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen, damit die Muskeln mehr Sauerstoff bekommen. Der Vorteil gegenüber Eigenblutdoping: geht auch kurzfristig, denn die Vorausplanung der Eigenblutspende fällt weg.
Nachweis und Tricks: Im Gegensatz zu Eigenblutdoping ist Fremdblut nachweisbar. Seit EPO-Doping nachgewiesen werden kann, nimmt das Blutdoping wieder zu.
Gefahren und Nebenwirkungen: Blutgerinnsel, allergischer Schock, Infektionen mit Hepatitis oder HIV raus.
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Asthmaspray (Beta-2-Agonisten)
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: „Beta-2-Agonisten“ erweitern die Bronchien und verbessern die Atmung. Asthmatiker sind darauf dringend angewiesen, ob sie Sportler sind oder nicht. Dass die Medikamente leistungssteigernde „Nebenwirkungen“ haben, wird ihn kaum stören.
Nachweis und Tricks: Der Einsatz einiger Wirkstoffe ist erlaubt, wenn die Notwendigkeit nachgewiesen wird. Stichwort: „Belastungsasthma“.
Gefahren und Nebenwirkungen: Die Gefahr droht hier zunächst von der Krankheit – nicht vom Medikament. Bei zu hoher Dosierung: Herzmuskelschwäche, hoher Blutdruck.
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Narkotika
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Schmerzmittel helfen nicht nur nach Unfällen, sondern auch bei schmerzenden, überlasteten Muskeln und Gelenken. Narkotika wie Morphium oder Methadon sind im Wettkampf verboten, andere Schmerzmittel, wie ASS oder Paracetamol sind dagegen erlaubt.
Nachweis und Tricks: Klingt kurios: Wer Mohnkuchen isst, riskiert angeblich einen positiven Doping-Test, denn Mohnsamen enthalten Morphine. Als Ausrede lässt das aber kein Doping-Kontrolleur durchgehen.
Gefahren und Nebenwirkungen: Schmerzen sind Warnsignale. Werden sie durch Schmerzmittel weggedrückt, droht vollkommene Verausgabung. Außerdem möglich: Atemstillstand, Kreislaufversagen, Abhängigkeit.
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Beta-Blocker
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Eigentlich sollen Beta-Blocker Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen helfen. Daneben wirken sie aber auch beruhigend, dass macht sie für einige Sportarten „nützlich“. Bogen- und anderen Sportschützen, Schachspielern und Golfern beispielsweise sind Ruhe und Konzentration wichtiger als aggressiver „Biss“.
Nachweis und Tricks: Beta-Blocker erfüllen nur im Wettkampf ihren Zweck. Wer dann siegt, wird anschließend positiv getestet und nachträglich disqualifiziert. Nicht so clever...
Gefahren und Nebenwirkungen: niedriger Puls, Verengung der Bronchien, Potenzstörungen. Durch Absetzen des Beta-Blockers verschwinden die meisten Nebenwirkungen wieder.
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Maskierungsmittel
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Maskierungsmittel verhindern, dass das Doping-Mittel entdeckt wird. Sogenannte Diuretika wirken harntreibend. So werden Doping-Mittel schneller wieder ausgeschieden und der Urin verwässert. Probenecid vermindert die Ausscheidung von Anabolika. Epitestosteron wird gemeinsam mit Testosteron eingenommen, damit das natürliche Mengenverhältnis beider Hormone wieder stimmt.
Nachweis und Tricks: Die Maskierung eines Dopingmittels nützt natürlich nichts, wenn anschließend das Maskierungsmittel nachgewiesen wird. Denn das ist genauso verboten.
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Gendoping
Doping-Methoden: Sp(r)itzensportler und ihre Tricks
Wirkung und Methode: Viele Medikamente werden schon jetzt mithilfe von Gentechnik hergestellt. In Zukunft werden dem Köper Zellen entnommen, genetisch manipuliert und wieder injiziert. Die Folge im Idealfall: der Körper stellt das „Doping-Mittel“ anschließend selbst her.
Nachweis und Tricks: Der Nachweis wird extrem schwierig werden, wenn keine körperfremde Substanz als Doping-Mittel eingesetzt wird. Dann helfen nur noch DNA-Tests.
Gefahren und Nebenwirkungen: noch nicht abzusehen
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